Konzert 5: Romantisch und versonnen

Sonja Leutwyler
Sonja Leutwyler
Ribal Molaeb
Ribal Molaeb
Benjamin Engeli
Benjamin Engeli

Festival KlusClassics
Sonntag, 4. Juli 2021
14:00 Uhr

Sonja Leutwyler, Mezzo Sopran
Ribal Molaeb, Viola
Benjamin Engeli, Klavier

Programm

Das Programm kombiniert romantische Glanzstücke aus dem englischen, französischen und deutschen Repertoire. Von Gabriel Fauré und Maurice Ravel bis Frank Bridge ist das Programm reich an melodischer und lyrischer Musik. Damit möchten wir Ihnen einen romantischen und versonnenen Abend präsentieren. Die spezielle Besetzung (Gesang, Viola, Klavier) macht dieses Konzert vollkommen.

Der Zürcher Gottfried Keller ist einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Mit seiner erzählenden Prosa ist er in der Weltliteratur bekannt. So erstaunt es nicht, dass seine Gedichte auch häufig vertont wurden. Neben Conrad Ferdinand Meyer gilt er als der Schweizer Dichter für das Kunstlied. Sowohl Schweizer als auch internationale Komponisten liessen sich von seiner Dichtkunst begeistern und zu manch wunderbarem Liederzyklus inspirieren.

Im heutigen Konzert erklingen neben Vertonungen von Hugo Wolf und Johannes Brahms auch drei Lieder aus dem Zyklus «Zehn Lieder nach Gedichten von Gottfried Keller» des bei uns kaum mehr bekannten Wiener Komponisten Erich J. Wolff (1874–1913). Erich J. Wolff, der mit Arnold Schönberg und Alexander von Zemlinsky befreundet war, galt zu Lebzeiten als überaus populär. Kaum ein bedeutender Solist verzichtete in den Programmen seiner Liederabende auf seine Werke.

In der Sammlung «2000 der beliebtesten Konzertlieder in Texten» von Julius Lerche, werden 17 Kompositionen Erich J. Wolffs, als besonders häufig im Rundfunk und im Konzertsaal erklingende Lieder aufgeführt. Darauf gründete die immense Popularität von Wolffs Liedern. Kaum zu glauben, dass dieser Komponist, der mehr als 180 Lieder hinterlassen hat, nur wenige Jahre nach seinem frühen Tode fast gänzlich in Vergessenheit geraten konnte.

Sonja Leutwyler

Sonja Leutwyler studierte Viola und Gesang an den Musikhochschulen von Zürich und München.

Vier Jahre war sie als Solistin am Staatstheater am Gärtnerplatz München engagiert und sang die grossen Partien ihres Fachs. Weitere Engagements führten sie ans Prinzregententheater sowie ans Cuvilliés-Theater München, ans Teatro Comunale di Bologna und ans Opernhaus Zürich. Kürzlich sang sie in einer Produktion der Opéra Comique Paris eine Hauptpartie in der Oper «Kein Licht» von Philippe Manoury und gab Gastspiele am Grand Théâtre de Luxembourg.

Als Konzertsolistin tritt Sonja Leutwyler mit namhaften Orchestern wie z.B. den Bamberger Symphonikern, dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer, dem Zürcher- und dem Stuttgarter Kammerorchester und dem SWR Symphonieorchester unter Helmut Rilling auf. Sie ist gern gesehener Gast an bedeutenden Festivals wie z. B dem Richard Strauss Festival Garmisch-Partenkirchen, dem Musikfest Stuttgart und dem Beethovenfest Bonn und tritt regelmässig in der Tonhalle Zürich und im Wiener Konzerthaus auf.

Höhepunkte der letzten drei Jahre waren Mendelssohns Walpurgisnacht am Rheingau Musik Festival unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada mit dem hr-Sinfonieorchester, Konzerte und CD-Aufnahme mit dem RSO Wien unter Cornelius Meister, CPE Bachs Magnificat mit dem Zürcher Kammerorchester unter Diego Fasolis, Konzerte am Teatro Comunale di Bologna unter Roberto Abbado, einen Liederabend in der Tonhalle Maag sowie einen Kammermusikabend in der Elbphilharmonie. Ihre bei Solo Musica erschienene CD «Hymne à la beauté» wurde mit dem Supersonic Pizzicato Award ausgezeichnet.

Ribal Molaeb

Der in Libanon geborene Molaeb begann sein Studium am Mozarteum Salzburg und setzte es an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort, wo er 2018 mit Auszeichnung abschloss.

Auf seiner CD «My Years in Vienna 2010-2018» sind neben Eigenkompositionen auch die Sonaten für Bratsche von Brahms und Hindemith zu hören. Er ist in Deutschland regelmässig Gast des Kammermusikfestivals Hohenstaufen und Mitglied im West Eastern Divan Orchester Barenboims. 2016 wirkte er als Solobratschist im Webern Symphonie-Orchester unter der Leitung von Semyon Bychkov im Wiener Musikverein mit.

Im Sommer 2015 gründete er das Molaeb Festival For Chamber Music And Fine Arts, das jährlich im Jamil Molaeb Museum, Libanon stattfindet. Zudem ist Ribal Molaeb künstlerischer Direktor des Kulturvereins-Sumito in Zürich.

«Besonders der Klang der Bratsche des 23-jährigen Ribal Molaeb mutete wie aus einer anderen Welt an. Vielleicht hatte die Zeder des Libanon ihre Hand im Spiel des im West Eastern Divan Orchester von Daniel Barenboim spielenden Libanesen, der noch eine große Karriere vor sich haben dürfte.»
(SüdwestPresse 2015)

Benjamin Engeli

Benjamin Engeli fährt rund 1000 Kilometer Zug pro Woche und pendelt so zwischen seinen etwa 60 jährlichen Auftritten in den grossen Konzertsälen Europas, seiner Lehrtätigkeit am Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch, seinen vielfältigen Jury-Aufgaben und seinem Engagement als Vater einer dreijährigen Tochter.

Seine Vielseitigkeit widerspiegelt sich auch in seiner grossen stilistischen Bandbreite als Pianist. Er konzertiert mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester Moskau oder dem Tonhalle Orchester Zürich und hat mit zahlreichen CD-Produktionen mit Werken von Joseph Haydn über George Gershwin bis zur neuesten Musik auf sich aufmerksam gemacht.

Benjamin Engeli widmet sich mit Begeisterung der Kammermusik: als Mitglied des Tecchler Trios gewann er 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München, inzwischen ist er ein weltweit gefragter musikalischer Partner seiner Berufskollegen.

Benjamin Engeli stammt aus einer Musikerfamilie und begann schon früh, sich für die verschiedensten Instrumente zu begeistern. Er studierte zuerst Horn, konzentrierte sich aber bald auf sein Hauptinstrument Klavier und wurde dabei zu einem grossen Teil von Adrian Oetiker an der Musikakademie Basel ausgebildet. Weitere Studien folgten bei Homero Francesch, Lazar Berman, Maurizio Pollini und Andràs Schiff.