Zurich Winds – 22.09.2017

Zurich Winds

1. Konzert
22. September 2017, 19:00 Uhr

Zurich Winds

Matvey Demin, Flöte
Martin Frutiger, Oboe
Florian Walser, Klarinette
Michael von Schönermark, Fagott
Mischa Greull, Horn

Franz Danzi (1763–1826)
Quintett F-Dur op. 68 Nr. 2

Jacques Ibert (1890–1962)
Trois pièces brèves

Anton Reicha (1770–1836)
Andantes et Adagio pour le cor anlais

August Klughart (1847–1902)
Bläserquintett C-Dur op. 79

Malcolm Arnold (1921–2006)
Three Shanties op. 4 für Bläserquintett

Martin Frutiger persönlich

Martin Frutiger

KlusClassics: Martin Frutiger, Sie sind Englischhornist im Tonhalle-Orchester Zürich. Bitte erzählen Sie uns, um was für ein Instrument es sich handelt und wie Sie dazugekommen sind, es zu spielen.

Martin Frutiger: Englischhornist bin ich eher zufällig geworden. Das Englischhorn ist die grosse Schwester der Oboe. Es ist eine Quinte tiefer gestimmt und der Klang ist etwas dunkler und runder. Ich habe in Bern und München Oboe studiert und danach in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker für zwei Jahre Oboe gespielt. Das Englischhorn-Spielen habe ich immer geliebt, es war für mich aber, wie für die meisten Oboisten, ein Nebeninstrument. Mit dem Gewinn der Englischhorn-Stelle im Tonhalle-Orchester Zürich hat sich das verändert: das Englischhorn spielt eine wichtige Rolle in der Orchesterliteratur der Romantik. An besonders schönen oder traurigen Stellen in Orchesterwerken erklingt oft ein Englischhorn-Solo.

Das klingt so, als hätten Sie hier Ihre Traumstelle gefunden…

Ich liebe meine Funktion im Orchester! Gleichzeitig mit meinem Stellenantritt als Englischhornist im Tonhalle-Orchester begann ich, Englischhorn an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zu unterrichten. Dadurch bin ich definitiv zum Spezialisten für Englischhorn geworden. Mich interessiert auch die Solo-Literatur, die speziell für Englischhorn komponiert wurde. Ende August nehme ich meine zweite CD mit romantischen Werken für Englischhorn und Klavier auf. Es gibt nicht so viele Werke dafür und man muss ein bisschen auf die Suche gehen. So habe ich auch die drei Stücke für Englischhorn und Bläserquintett von Anton Reicha gefunden. Das Englischhorn hat hier eine solistische Funktion und wird seinerseits von einem Miniorchester bestehend aus vier anderen Bläsersolisten, Flöte, Klarinette, Horn und Fagott, begleitet.

Zusammen mit Ihren Kollegen aus dem Tonhalle-Orchester Zürich bilden Sie das Ensemble Zurich Winds. Was bildet für Sie den Reiz dieser Besetzung?

Es ist ein Bläserquintett und scheint mir eine der wichtigsten und interessantesten Besetzungen für Bläser. Oft wird das Bläserquintett als Pendant zum Streichquartett gehandelt. Mir scheint es eher das Gegenteil zu sein: während beim Streichquartett die vier Instrumente zu einem Ganzen verschmelzen, bleiben die fünf unterschiedlichen Blasinstrumente des Bläserquintetts selbständig. Es gibt immer fünf verschiedene Farben, die mal in dieser, mal in jener Beleuchtung in der Musik hervortreten. Speziell wenn die Bläser so farbig und beweglich spielen können, wie meine vier fantastischen Kollegen der Zurich Winds, macht das Interpretieren von Bläserquintetten grossen Spass!

Also bleibt die Oboe neben dem Englischhorn für Sie weiterhin ein Hauptinstrument?

Natürlich bin ich auch als Englischhornist immer noch Oboist geblieben. Für Oboe gibt es viel mehr und vielfältigere Literatur, solistisch, kammermusikalisch und auch im Orchester. Deshalb habe ich pädagogisch vor zwei Jahren auch eine neue Herausforderung angenommen: nachdem ich seit Jahren den Zürcher Oboenstudenten Englischhorn unterrichtete, konnte ich an der Hochschule Luzern Musik eine eigene Berufsklasse für Oboe eröffnen. Die Verantwortung, junge Musiker auf ihre Zukunft als Berufsmusiker vorzubereiten, ist sehr gross, erfüllt mich aber mit grosser Zufriedenheit. Durch das Unterrichten habe ich immer wieder die Gelegenheit, mein eigenes Musizieren, meine Technik und meine Interpretation kritisch zu hinterfragen. So befruchten sich das Unterrichten und das Konzertieren gegenseitig.

Florian Walser

Florian Walser

Klarinette

Florian Walser wurde in Zürich und Basel von Heinz Hofer, Elmar Schmid und Hans Rudolf Stalder ausgebildet. Während seines Studiums trat er ins Tonhalle-Orchester Zürich ein, wo er seit 21 Jahren tätig ist. Er begann sich bald auch in Kulturkommissionen und als Selbstveranstalter zu entfalten, woraus die Chällerkonzerte in Dietikon und in enger Zusammenarbeit mit den Benediktinerinnen die Gründung der Pfingstkonzerte und der Silvesterfeier im Kloster Fahr hervorgingen. Zusammen mit dem Schweizer Oktett machte er sich einen Namen als Arrangeur von klassischen und volksmusikalischen Werken, dabei entstanden die CDs «Heimwärts», «Verliebt i Züri» und «Marchstei». Als Mitarbeiter bei der Herausgabe der Volksmusiksammlung Hanny Christen kam er zum ersten Mal intensiv in Kontakt mit alten Schweizer Volksmusikquellen. 2010 edierte er die 63 Sagemattler-Tänze (1887) und 2011 die 50 ländlichen Tänze von Ferdinand Lötscher (1880). Für diese Musik gründete er die Streichkapelle «D’Sagemattler» und die Blechkapelle «eifachs.ch». Mit der «Stubete am See» gewann er den Wettbewerb «Echos» von Pro Helvetia. Dieses Festival für neue Schweizer Volksmusik in der Klassik-Hochburg Tonhalle findet alle 2 Jahre unter seiner Leitung statt. Mit Linard Bardill verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit, das Gemeinschaftswerk «Nid so schnell, Wilhelm Tell» gewinnt 2010 die Auszeichnung «s’goldige Chrönli» für die beste Lieder-CD. Von 2012 bis 2014 war er Geschäftsführer des Zentrums für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik im Roothuus Gonten.

Matvey Demin

Matvey Demin

Flöte

Matvey Demin wurde im Jahr 1993 in Osinniki (Sibirien, Russland) geboren. Seinen ersten Querflöten-Unterricht erhielt er im Alter von neun Jahren bei seiner Grossmutter Galina Bulgakowa und danach bei Nadezhda Furenkova an der Musikschule für begabte junge Musiker in Nowosibirsk (seit 2004). Ab 2009 studierte er in dem Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in der Klasse von Frau Prof. Andrea Lieberknecht. Seit 2011 setzt er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Andrea Liebknecht fort.

Matvey ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe. Er bekam den 1. Preis in der «All Russia Woodwinds Competition» (2008), den 3. Preis der «Mravinsky Inernational Competition» (2006) und die Goldmedaille bei den «Delphic Games of Russia» (2008). Als jüngster Teilnehmer gewann er 2012 den 2. Preis im «Deutschen Hochschulwettbewerb» in Düsseldorf und den 2. Preis im internationalen Flötenwettbewerb «Friedrich Kuhlau» (2011). Auch im «ARD Musikwettbewerb» gewann Matvey den Sonderpreis «Bärenreiter Urtext» (2010).

Zuletzt erhielt Matvey den 6. sowie den Sonderpreis in der «BJIMC Competition» in Peking, China (2012), den 1. Preis im deutschen Flötenwettbewerb «Friedrich Kuhlau» (2013) und den 3. Preis des Krakauer Flötenwettbewerbs (2014). Im internationalen Musikwettbewerb für Flöte und Klarinette «UNISA» in Pretoria, Südafrika gewann er den 1. Preis und drei Sonderpreise, darunter eine Konzerttournee in Südafrika und Einladungen zu Solokonzerten in Venezuela mit dem Simón Bolívar Orchester unter Maestro Dudamel (2014).

Matvey war Solo-Flötist im Gustav Mahler Jugendorchester (2013). Seit der Saison 2014/15 ist er stv. Solo-Flötist im Tonhalle Orchester Zürich, wo er bereits mit Dirigenten wie Bernard Haitink, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, David Zinman, Lionel Bringuier, Michael Sanderling, Krzysztof Urbanski, Alain Altinoglu, Gustavo Gimeno, Giovanni Antonini, Krzysztof Penderecki, Charles Dutoit und vielen anderen gearbeitet hat.

Michael von Schönermark

Michael von Schönermark

Fagott

Michael von Schönermark wurde 1981 in Berlin geboren. Von seinem zwölften Lebensjahr an besuchte er das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin und wurde dort als Jungstudent der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin von Prof. Fritz Finsch unterrichtet. Von 2000 bis 2004 studierte er bei Prof. Klaus Thunemann.

Im Januar 2004 wurde Michael von Schönermark im Alter von nur 22 Jahren Solofagottist des Konzerthausorchesters Berlin. Im August 2015 wechselte in ebendieser Position zum Tonhalle-Orchester Zürich. Seit 2017 ist er Hauptfach-Dozent für Fagott an der Hochschule Luzern. Er ist Mitglied des Quadriga Fagottensembles.

Michael von Schönermark wurde 2002 beim Internationalen Musikwettbewerbs der ARD München mit dem Sonderpreis der Theodor Rogler Stiftung ausgezeichnet. 2003 gewann er den Förderpreis des Schleswig-Holstein-Musikfestivals. Von 2000 bis 2004 war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, von 2003 bis 2006 ausserdem der Stiftung Villa Musica. Nach dem Deutschen Musikwettbewerb für Solisten 2003 in Berlin wurde er als Stipendiat in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler des Deutschen Musikrats aufgenommen.

Als Solist war Michael von Schönermark unter anderem mit dem Konzerthaus Orchester Berlin, dem Münchener Kammerorchester, dem Konzerthaus Kammerorchester und den Thüringer Sinfonikern zu hören. Als Kammermusiker tritt er regelmässig bei Festivals wie den Schwetzinger Festspielen, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Davos Festival, dem MDR Musiksommer und dem Festival Encuentro de Musica y Academia de Santander auf.

Seine Einspielung des Fagottkonzertes von Andrzej Panufnik zusammen mit dem Konzerthaus Orchester Berlin unter Lukasz Borowicz erschien 2013 bei cpo. Die CD wurde mit dem ICMA Special Achievement Award 2015 ausgezeichnet.

Mischa Greull

Mischa Greull

Horn

Der Hornist Mischa Greull ist ein vielseitig engagierter Kammermusiker. Neben seiner Tätigkeit als Solohornist im Tonhalle-Orchester Zürich spielt er in wechselnder Besetzung in verschiedenen Ensembles. CD Produktionen und Auftritte für das Radio mit Hornquartett, Bläserquintett, Horntrio oder mit grösseren Kammermusikgruppen gehören ebenso dazu wie regelmässige Konzerte mit Musikerfreunden aus dem Tonhalle-Orchester Zürich oder dem Huh-Trio in Südkorea. Konzertreisen führen ihn nach Korea, Japan, China, Kanada, Nord- und Südamerika und in die meisten Länder Europas. Neben seiner Konzerttätigkeit ist Mischa Greull Professor an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK.

Titel
«KlusClassics»: Zurich Winds
Ort
Klus Park Kapelle, Asylstrasse 130,Zürich,-8032
Beginn
22. September 2017
Beschreibung
Konzert in der Klus Park Kapelle Zürich mit dem Bläserquintett «Zurich Winds» (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn) im Rahmen von «KlusClassics».
Preis