Schubert Oktett 08.02.2019

Schweizer Oktett

Schweizer Oktett

Fabio Di Casola, Klarinette
Maria Wildhaber, Fagott
Mischa Greull, Horn
Jens Lohmann, Violine
Paul Scharf, Violine
Michel Willi, Viola
Joel Marosi, Cello
Gallus Burkhart, Kontrabass

Das Schweizer Oktett ist seit über 20 Jahren mit wechselnden und ungewöhnlichen Programmen auf den Konzertbühnen im In- und Ausland präsent. Mit dem Oktett von Franz Schubert bringen sie nun das Werk zur Aufführung, welches 2005 zur Gründung dieses Ensembles geführt hat.

Programm

Franz Schubert: Oktett F-Dur D 803

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Jens Lohmann (Schweizer Oktett)

Interview mit Jens Lohmann

Jens Lohmann, sie sind seit 29 Jahren Mitglied des Schweizer Oktetts. 
Dieses Ensemble hat ein riesiges Repertoire von Bearbeitungen von klassischen Sinfonien oder über Streichtrios über französischen Chansons bis hin zu Bearbeitungen von Opern. Warum spielen Sie ausgerechnet das Oktett von Franz Schubert?


Das Oktett von Schubert steht am Anfang dieser besonderen Besetzung überhaupt und auch am Anfang unseres Ensembles. In den ersten Jahren spielten wir «nur» Schubert, von Genf bis Schaffhausen und retour. Dann kam die Zeit, da wir unser Repertoire immens erweiterten, v.a. auch um viele fantastische Arrangements. Heutzutage kehren wir immer wieder sehr gerne zu diesem massgebenden frühromantischen Werk zurück: Es ist ein grossartiger musikalischer Kosmos, reich wie ein ganzer Jahreszyklus, den zu durchlaufen uns jeweils enorm erweitert.

Die Mitglieder des Schweizer Oktetts sind heute nicht mehr die gleichen wie zum Gründungszeitpunkt. Wie verändert sich ein solches Ensemble mit den Jahren?


Beim Neujahrskonzert am 1. Januar 2018 spielte unser früherer langjähriger Klarinettist Florian Walser, sozusagen als «Zuzüger» mit uns (da Fabio Di Casola an diesem Konzert nicht mitwirken konnte). Am nächsten Tag mailte er mir: «Das Oktett ist trotz der vielen Wechsel noch das alte geblieben, das ist doch erstaunlich.» Ja, das ist es wirklich, erstaunlich! Und doch: Es ist tatsächlich so, der «Ausdruck» der Gruppe, ihre Performances ähneln – im Guten, wie wir finden – immer noch dem Schweizer Oktett aus den 1990er und 2000er Jahren.

Die Formation des Ensembles besteht aus Streichern und Bläsern, was macht den Reiz dieser Kombination aus?


Eben dies: diese einmalige, facettenreiche Mischung aus Streichern und Bläsern. Wir können uns ganz, ganz leise machen, schier unhörbar, uns gleichsam «zusammenziehen» zu einer intimsten Kammermusik; und auf der anderen Seite der Skala plustern wir uns auf zu einem orchester-ähnlichen Fortissimo, welches am 8. Februar die Klus-Kapelle erzittern lassen wird. So sind wir beides: acht Solisten und zugleich ein enorm starkes Tutti.

Sie sind ein erfolgreicher Pädagoge und bilden auch Jugendliche aus, die später Berufsmusiker werden. Was bedeutet für Sie in diesem Zusammenhang das eigene Konzertieren?


Konzertieren und Unterrichten sind für mich untrennbar miteinander verwoben. Von was rede ich sonst mit meinen SchülerInnen, wenn mein eigenes Spiel und Auftreten nicht lebendig, gegenwärtig sind? Konzertieren und Unterrichten erfrischen, erneuern sich auf diese Weise gegenseitig. Ich denke viele Musiker-KollegInnen erleben das genauso. Was in meinem Fall vielleicht als «speziell» zu ergänzen wäre, ist die Tatsache, dass ich mit meinen wirklich fortgeschrittenen Schülern immer wieder einmal gemeinsam auftrete – meist als Stringendo, eine Gruppe, die auch schon im Klus-Festival spielen durfte.